Konzertprogramm Winter 2018


Samstag,   27. Januar 2018 um 20 Uhr,  Rundkirche  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72  .  12101 Berlin
Sonntag,   28. Januar 2018 um 20 Uhr,  Heilig-Kreuz-Kirche  .  Zossener Str. 65  .  10961 Berlin

Iannis  Xenakis
1922 – 2001
“ Voile “
für zwanzig Streicher
weiterer Text2 komponiert 1995
Voile
Voile ist ein Auftragswerk des Münchener Kammerorchesters, das dieses Stück in einer Konzertankündigung vom 22.02.2017 kurz und prägnant so beschreibt: „… ein Fünfminüter, dessen knirschende Aggressivität nichts von seiner Radikalität eingebüßt hat“.
zit. nach: Münchener Kammerorchester

Aus einer Rezension der „The Canberra Times“ über ein Konzert des Australian Chamber Orchestra (ACO) vom 9. April 2016:
„ACO artistic director Richard Tognetti AO began the evening by conducting Iannis Xenakis’s Voile, a highly mathematical composition. Although it was well-articulated in the more forceful sections, overall it left a bit to be desired … The audience responded uncertainly; indeed it seemed that the musicians were equally unsure of how to interpret or express the piece.“
zit. nach: Leonard Weiss The Canberra Times, 11. April 2016

„Xenakis … gab der Musik die Qualität zurück, die ihr die Serialisten in böser Erinnerung an die demagogische Beherrschung der Kunst vorenthalten hatten: das Archaische, Gewalttätige, Triebhafte, Unkontrollierbare.“ (Michael Struck-Schloen) Das kollidiert bis heute zuweilen heftig mit den Erfahrungen und Hörgewohnheiten des normalen Konzertbesuchers.

Seinen speziell an Streichinstrumenten erprobten Klangkosmos hat Xenakis im Alter nochmals neu durchforscht. Ein Beispiel dafür ist das 1995 komponierte Werk für 20 solistische Streicher „Voile“. Der doppeldeutige Titel meint nach Auskunft des Komponisten sowohl das Segel als auch den mysteriös verhüllenden Schleier. Musikalisch ereignen sich kraftvolle Klangskulpturen, die sich aus bohrenden Sekundreibungen zu kompakten akkordischen Gebilden auftürmen.

„Ich hatte keine Ahnung, was ich in der Welt des 20. Jahrhunderts eigentlich sollte. Immerhin gab es die Musik; und es gab die Naturwissenschaften. Sie verkörperten für mich die Verbindung zwischen Antike und Gegenwart.“ (Iannis Xenakis)

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Ludwig  van  Beethoven
1770 – 1827
aus Streichquartett op. 135
Assai lento, cantate e tranquillo
weiterer Text1 in einer Bearbeitung von  Dimitri Mitropoulos
Beethovens letztes vollendetes Werk

Offenbar wollte Beethoven ein lediglich dreisätziges Quartett komponieren, schrieb aber vermutlich auf Wunsch seines Verlegers Schlesingers doch noch ein Quartett in vier Sätzen. Aus der Erinnerung zitierte Schlesinger im Jahr 1859 einen inzwischen verschollenen Brief Beethovens: „Sehen Sie, was ich für ein unglücklicher Mensch bin, nicht nur, daß es was schweres gewesen es zu schreiben, weil ich an etwas anderes viel größeres dachte, und es nur schrieb, weil ich es Ihnen versprochen und Geld brauchte …“

Für den in abgeklärter Ruhe dahinfließenden dritten Satz notierte Beethoven auf einem Skizzenblatt Süßer Ruhegesang oder Friedensgesang“. Es finden keine Veränderungen des Themas in Melodie, Tonart, Tempo oder Rhythmik statt; stattdessen wird das Thema von den vier Variationen des Satzes umkreist.

Eingeleitet wird der Satz von einem Des-Dur-Akkord; das kantable Thema beinhaltet zwei Halbsätze in insgesamt acht Takten. Alle Instrumente spielen es in tiefer Lage. Der Kern des Themas sind weder seine Melodik noch seine Rhythmik, sondern seine harmonische Struktur.

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Gustav  Mahler
1860 – 1911
aus der X. Sinfonie
1. Satz Adagio
weiterer Text3 instrumentiert für Streichorchester von  Hans Stadlmair
Die 10. Sinfonie von Gustav Mahler ist das letzte Werk des Komponisten – sie blieb unvollendet.

Keiner der fünf Sätze der 10. Sinfonie hat das Stadium der Partitur-Reinschrift erlangt. Lediglich der erste und zweite Satz sowie 30 Takte des dritten Satzes existieren als Partiturentwurf. Doch nur der Entwurf des ersten Satzes (Adagio) ist so weit instrumentiert, dass er ohne weitere Zusätze von fremder Hand gespielt werden kann. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine Schlussfassung. Die Sinfonie liegt jedoch vollständig im Particell vor, sodass [der Musikwissenschaftler] Deryck Cooke mit einer gewissen Berechtigung feststellen konnte, es handle sich bei der Sinfonie nicht um ein Fragment, sondern um einen Torso sui generis.

Der erste Satz der Sinfonie, der am weitesten gediehen war, wurde als einziger in die Kritische Gesamtausgabe der Werke Gustav Mahlers aufgenommen und ist mittlerweile fester Bestandteil des Konzertrepertoires.

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Leitung  .  Rainer Kimstedt



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