Joseph Haydn (1732 - 1809)

Sinfonie Nr. 49 f-moll, "La Passione"

Aufführungen:
03. Februar 2008 - Wildenbruch bei Seddin
09. Februar 2008 - St. Matthäuskirche, Berlin Tiergarten
10. Februar 2008 - Heilig-Kreuz-Kirche, Berlin Kreuzberg


 
Joseph Haydn 1791 (Franz) Joseph Haydn (auch Josef, er benutzte nie Franz; * 31. März 1732 in Rohrau, Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien)
war ein führender österreichischer Komponist der Wiener Klassik.
Schloss Esterháza in Fertöd (Ungarn)

Er war Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn. Haydn verbrachte den größten Teil seiner Karriere als Hofmusiker und leitete das Orchester und die Oper der wohlhabenden Familie Esterházy auf deren Landsitz, für die er Musik zu komponieren hatte. Die Auswirkung der Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und von den Strömungen der Musik beschrieb er mit dem bekannten Zitat: "Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden."

Als Kapellmeister bei den Esterházys
Als livrierter (mit einer Livree, d. h. Uniform bekleideter) Musiker im Rang eines Hausoffiziers der Esterházys folgte Haydn der Familie in drei Hauptresidenzen: den Familiensitz in Eisenstadt, ungefähr 50 km von Wien; den Winterpalast in Wien, und Eszterháza, einem großen neuen Schloss, das in den 1760ern im ländlichen Ungarn gebaut wurde. Haydn hatte ein weites Feld an Verantwortlichkeiten, unter anderem Komposition, Leitung des Orchesters, Spielen von Kammermusik für und mit seinem Patron, und schließlich das Arrangieren von Opernproduktionen. Trotz des enormen Arbeitspensums fühlte sich Haydn in seiner Stelle glücklich. Die Esterházy-Fürsten (erst Paul Anton, dann vor allem Nikolaus I.) waren Musikkenner, die seine Arbeit schätzten und ihm das nötige Umfeld für seine künstlerische Entwicklung gaben, darunter der tägliche Zugang zu seinem eigenen kleinen Orchester.

Im Jahr 1760, in der Sicherheit seiner Kapellmeister-Position, heiratete Haydn. Er und seine Frau, geboren als Maria Anna Keller, kamen nicht gut miteinander aus. Maria Anna konnte keine Kinder bekommen, was Haydn sehr bedauerte. Ohne jegliche Beweise wird immer wieder spekuliert, er sei der Vater des Sohnes Anton von Luigia Polzelli, einer Sängerin im Esterházy-Unternehmen, mit der Haydn eine längere Affäre hatte, gewesen.

Während der fast dreißig Jahre, die Haydn im Hause Esterházy arbeitete, produzierte er eine Flut an Kompositionen, und sein musikalischer Stil entwickelte sich ständig weiter. Seine Popularität in der Außenwelt vergrößerte sich ebenfalls. Allmählich schrieb Haydn ebenso viel für Veröffentlichungen wie für seinen Arbeitgeber, und einige wichtige Werke dieser Periode, wie die Pariser Sinfonien (1785–1786) und die ursprüngliche Orchesterversion der Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (1786) wurden aus dem Ausland in Auftrag gegeben.

Um 1781 etablierte sich eine enge Freundschaft zwischen Haydn und Mozart, dessen Werk er schon über Jahre hinweg beeinflusst hatte. Die zwei Komponisten genossen es, in Streichquartetten zusammen zu spielen. Haydn war sehr von Mozarts Werk beeindruckt. Es ist augenfällig, dass Haydn zu dieser Zeit großenteils aufhörte, Opern und Konzerte zu schreiben – zwei der Gattungen, in denen Mozart am stärksten war. Mozart dagegen arbeitete hart daran, sechs Streichquartette zu schreiben, die mit dem Niveau mithalten konnten, das Haydn mit seiner kurz davor vollendeten Reihe Op. 33 erreicht hatte; als Mozart damit fertig war, widmete er die Quartette seinem Freund.

Haydn gehörte der Freimaurerloge Zur wahren Eintracht an, in die er am 11. Februar 1785 aufgenommen wurde. Mozart konnte aber nicht anwesend sein, da er am gleichen Abend, in Anwesenheit seines Vaters Leopold, ein Subskriptionskonzert in der „Mehlgrube“ gab. Durch die Logenzugehörigkeit der beiden Männer erhielt ihre Freundschaft eine zusätzliche Facette.

Selbstständigkeit
1790 starb Fürst Nikolaus; sein Nachfolger war völlig unmusikalisch und entließ das ganze musikalische Unternehmen und schickte Haydn in Pension. Der akzeptierte darauf ein lukratives Angebot des deutschen Impresarios Johann Peter Salomon, nach England zu gehen und seine neuen Sinfonien mit einem großen Orchester aufzuführen.

Die Reisen (1791–1792, und nochmals 1794–1795) waren ein großer Erfolg. Das Publikum stürmte in Haydns Konzerte, und er erwarb schnell Ruhm und Vermögen. Musikalisch schafften die Besuche in England einige von Haydns am besten bekannten Werken, darunter die Sinfonie mit dem Paukenschlag, die Militärsinfonie, die Londoner Sinfonie, das Reiterquartett und das Zigeunertrio.

Haydn überlegte eigentlich, englischer Bürger zu werden und sich dauerhaft niederzulassen, die Dinge nahmen aber einen anderen Verlauf. Er kehrte nach Wien zurück, ließ ein großes Haus für sich bauen und wendete sich der Komposition von großen geistlichen Werken für Chor und Orchester zu. Unter anderem entstanden die zwei großen Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten sowie sechs Messen für die Esterházy-Familie, die zu dieser Zeit wieder von einem musikalisch geneigten Prinz geführt wurde. Haydn komponierte auch die letzten neun einer langen Reihe von Streichquartetten, unter anderem das Kaiserquartett, das Quintenquartett und das Quartett Der Sonnenaufgang. Trotz seines fortschreitenden Alters schaute Haydn in die Zukunft; in einem Brief rief er aus „Wieviel bleibt noch zu tun in dieser herrlichen Kunst!“

Im Jahre 1802 spürte Haydn, dass eine Krankheit, an der er schon seit einiger Zeit gelitten hatte, sich so weit verschlimmert hatte, dass er körperlich nicht mehr in der Lage war zu komponieren. Dies war zweifellos sehr schwierig für ihn, da – wie er eingestand – der Strom an frischen musikalischen Ideen, die auf Ausarbeitung warteten, nicht aufhörte. Haydn wurde von seinen Dienern gut gepflegt und empfing viele Besuche und öffentliche Ehren während dieser letzten Jahre, aber es können keine sehr glücklichen Jahre für ihn gewesen sein. Während seiner Krankheit fand er oft am Klavier Trost beim Spielen der österreichischen Kaiserhymne, die er als patriotische Geste 1797 komponiert hatte.

Quelle: Wikipedia

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