Aktuelles Programm

Samstag,   26. 01. 2019  um  19 Uhr  .  St. Matthäus-Kirche  .  Kulturforum  .  Matthäi-Kirchplatz, 10785 Berlin
Sonntag,   27. 01. 2019  um  17 Uhr  .  Rundkirche  .  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72, 12101 Berlin


Richard  Wagner
1813 – 1883
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“Siegfried-Idyll“, WWV 103
für Klavier und Streicher bearbeitet von Alfred Pringsheim

Tönende Hingabe
Eine Flöte, eine Oboe, zwei Klarinetten, ein Fagott, zwei Hörner, eine Trompete und Streicher. Diese für Richard Wagner ungewöhnlich kleine Besetzung aus Züricher und Luzerner Musikern stellte sich am Morgen des 25. Dezember 1870 im Treppenhaus der Villa Am Rhyn in Tribschen auf und musizierte unter Wagners Mitwirkung (Trompete!) und Leitung jenes idyllische Ständchen, das später unter dem Namen “Siegfried-Idyll“ in die Musikgeschichte eingehen sollte. Doch zunächst war es nur der intime Gruß Wagners zum 33. Geburtstag seiner Frau Cosima.

Über mehrere Jahre hütete Cosima ihr “süßes Geheimnis“, von dem ihr noch 1874 “schrecklich (gewesen) wäre, dieses Werk der Öffentlichkeit hingeliefert zu sehen“. Doch 1877 zwangen einmal mehr finanzielle Sorgen Richard Wagner, die Komposition einem Verlag zu übergeben. “Das Idyll geht heute ab, der geheimnisvolle Schatz wird zum Gemein-Gut, möge die Freude der Menschen daran dem Opfer gleichkommen, das ich bringe“, notierte er zerknirscht am 19. November.

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Franz  Schubert
1797 – 1828
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Drei Lieder
1) “Geheimes“
2) “Der Tod und das Mädchen“
3) “Der Einsame“

Schubert, der Auslöser
Franz Schubert war ein vielfach unterschätzter Dreh- und Angelpunkt der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts, ein Scharnier zwischen Beethoven und Bruckner, ein Vorbild für Schumann und Brahms. Mehr noch: Mit mehr als 600 Liedern (in 12 Schaffensjahren), deren meiste heute das Repertoire aller Sänger rund um die Erde schmücken und einem Millionenpublikum vertraut sind, setzte Franz Schubert Anfang des 19. Jahrhunderts die Maßstäbe für das Kunstlied der nächsten 150 Jahre schlechthin – bis hin etwa zu Hanns Eisler.

Zu den ersten, die das nach Schuberts unspektakulärem Leben und stillem Tod erkannten, gehörte Robert Schumann. Durch ihn erfuhren auch seine Freunde Mendelssohn und Brahms von den Schubertschen Schätzen. Das kompositorische Prinzip bestand bei Schubert wie bei Schumann, Mendelssohn und Brahms in einer zwar textnahen, sich jedoch nicht unterordnenden Vertonung. Johannes Brahms übertrug die Klavierbegleitung von sechs Liedern Schuberts für Sinfonieorchester und dachte im Falle seiner eigenen Vier Ernsten Gesänge über die Möglichkeit einer Orchesterfassung nach. In unser Programm haben drei Lieder Schuberts in einer Instrumentierung für Bariton und Streichorchester von Sergei Dreznin Eingang gefunden.

Hanns  Eisler
1898 – 1962
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“Ernste Gesänge“
für Bariton und Streichorchester, 1962
nach Texten von Hölderlin, Leopardi, Becher, Richter und Hermlin

0. Vorspiel und Spruch (Friedrich Hölderlin)
1. Asyl (Friedrich Hölderlin)
2. Traurigkeit (Chanson allemande) (Berthold Viertel)
3. Verzweiflung (Giacomo Leopardi)
4. An die Hoffnung (Friedrich Hölderlin)
5. XX. Parteitag (nach Helmut Richter)
6. Komm ins Offene, Freund! (Friedrich Hölderlin)
7. Epilog (Stephan Hermlin)

Schlicht und einfach – Eisler
Die meisten kennen Hanns Eislers Musik nur vom Hörensagen. Der Komponist gilt als eine gesellschaftliche Attraktion, als ein brillianter und witziger Kopf, ein Mann von weiter Kultur. Für manche ist er der gefährliche Kommunist, der der DDR eine Nationalhymne komponiert hat. Luciano Berio sagt 1988: “Eislers Musik war von Grund auf dumm.“

Der 1898 in Leipzig als Sohn des österreichischen Philosophen Rudolf Eisler und seiner Frau Marie Ida, geb. Fischer, geborene Hanns Eisler beginnt 1919 einen vierjährigen Kompositionsunterricht bei Schönberg. “Dann lernte ich bei Schönberg etwas, was heute gar nicht mehr richtig verstanden wird: Redlichkeit in der Musik, Verantwortlichkeit in der Musik und das Fehlen von jeder Angeberei. Diese unerbittliche Strenge, dieses Streben nach musikalischer Wahrheit, […] ist der größte Eindruck meines Lebens gewesen.“

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Anton  Bruckner
1824 – 1896
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Streichquintett F-Dur, WAB 112
für Streichorchester bearbeitet von Hans Stadlmaier
1. Satz Gemäßigt. Moderato
3. Satz Adagio

Bruckners Solitär
Dass Anton Bruckner keine Opern komponiert hat, verbindet ihn mit Johannes Brahms. Sogar die Ursache für diese spezielle Abstinenz scheint bei beiden trotz aller sonstigen Gegensätze die gleiche zu sein: Richard Wagner. Dessen Musikdramen beherrschten das deutsche Musiktheater im 19. Jahrhundert mit erdrückender Monopolmacht. Wagner hatte sich zuvor seinerseits außerstande gesehen, nach Beethoven als Sinfoniker weiterzumachen und die Gattungen der Instrumentalmusik, vor allem die Sinfonie, kurzerhand für ausgeschöpft erklärt. Wirklich zögerten Bruckner und Brahms nicht nur mit ihrer jeweils ersten Sinfonie bis ins vierte Lebensjahrzehnt, sondern taten sich auf unterschiedliche Weise auch mit Kammermusik, einer anderen von Beethoven “ausgeschöpften“ Gattung der Instrumentalmusik, sehr schwer.

Anton Bruckner wurde durch den Direktor des Wiener Konservatoriums Josef Hellmesberger und Primarius des nach ihm benannten, renommierten Hellmesberger-Quartetts angeregt, sich der Kammermusik zuzuwenden. Und obwohl es sich bei Hellmesberger um eine der von Bruckner stets tief verehrten, ja gefürchteten Autoritäten handelte, dauerte es 17 Jahre – von 1861 bis 1878 -, bis er auf den wohlgemeinten Vorschlag reagierte. Allerdings vermied er es selbst dann noch, die klassische Gattung des Streichquartettes zu bedienen und wich stattdessen auf das weniger streng genormte Streichquintett aus. Das Quintett sollte Bruckners einziger Ausflug in das Genre der Kammermusik bleiben.

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Solist
Rüdiger Mühleisen, Klavier
Jörg Gottschick, Bariton
Leitung
Rainer Kimstedt
 
Karten
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