Aktuelles Programm

Samstag,   25. Januar 2020  um  19 Uhr  .  Rundkirche  .  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72, 12101 Berlin
Sonntag,   26. Januar 2020  um  20 Uhr  .  Heilig-Kreuz-Kirche  .  Kreuzberg  .  Zossener Str. 65, 10961 Berlin
Schönberg - Bach

Kann ein Berg, getauft mit quellfrischem Bach-Wasser, am Ende etwas anderes als ein Schön-Berg sein?... 

Johann Sebastian  Bach
1685 - 1750
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Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048
für 3 Violinen, 3 Violen, 3 Celli und Continuo
Fein in Leder gebunden und mit einer untertänigen Widmung versehen, schickte Bach im Jahre 1721 seine „Six Concerts avec plusieurs instruments“ ins Berliner Stadtschloss. Adressat war der Markgraf Christian Ludwig zu Brandenburg-Schwedt, dem wir also den griffigen Titel der sechs Konzerte zu verdanken haben.

Eine einzig- und großartige Sammlung ist das, in der jedes Konzert mit einer anderen Besetzung und einer formalen oder stilistischen Besonderheit aufwartet. Sie alle eint ihre helle Dur-Stimmung, ihr beschwingter und inspirierter Charakter, ihre leichtfüßige Kontrapunktik und rhythmische Prägnanz. Das dritte Konzert ist nur für Streicher, für neun Streicherstimmen, genauer gesagt, die, mehrfach besetzt wie in unserer Aufführung, zu vielsaitig-rauschender Klangfülle aufblühen.

Nikolaus Harnoncourt hat dieses dritte „Brandenburgische“ das „welteinzige Demonstrationskonzert der italienischen Barockvioline“ genannt.


 
Johann Sebastian  Bach
1685 - 1750
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Konzert für Violine und Streichorchester E-Dur BWV 1042
Julia Prigge, Violine
Im Herzstück des Konzerts, im langsamen Moll-Satz, gibt es eine Stelle, die der Geiger Frank-Peter Zimmermann als ungemein ergreifend empfindet, es ist ein Übergang von gis-Moll zu E-Dur. Jedes Mal denke er hier, so Zimmermann, an den Eintritt ins Nirwana oder an Jesus, wie er in die Wüste geht und betet - eine starke Beschreibung dieser wirklich besonderen Takte. Das ganze Adagio ist von erlesener melodischer Schönheit, ein ununterbrochener Gesang der über dem Orchester schwebenden Violine.

Größer könnte der Kontrast zu den beiden Ecksätzen kaum sein, zu dem ersten festlich-freudigen Allegro und dem abschließenden Kehraus, den Zimmermann wegen seiner technischen Schwierigkeit einen „Ritt auf der Rasierklinge'' nennt. Aus dem Munde eines Weltklassegeigers, der alles spielen kann, klingt das auf sympathische Weise bescheiden.


 
Arnold  Schönberg
1874 - 1951
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''Verklärte Nacht'' für Streichsextett op. 4
nach dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel
Fassung für Streichorchester vom Komponisten
Gegen den Inhalt des Gedichts von Richard Dehmel kann im Grunde niemand etwas einwenden; es beschreibt, so Schönberg, „eine bemerkenswerte moralische Haltung bei der Behandlung eines erschütternd schwierigen Problems“. Nur die Sprache Dehmels, arg pathetisch und schwülstig, ist für heutige Ohren schwer erträglich.

Aber obwohl Schönberg selbst in seiner Vertonung sehr genau den Versen Dehmels folgt und die aufgewühlte Seelenstimmung musikalisch spiegelt, hat er uns, den Hörern, explizit und schriftlich zugestanden, auch ohne Kenntnis des Gedichts in dieser mondlicht-verklärten Nacht schwelgen zu dürfen. Wir müssen also nicht wissen, wann genau während dieser halben Stunde Musik er sie „um die starken Hüften“ fasst. Ganz am Ende übrigens.

Das komplette Gedicht:
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Solist*in
Julia Prigge
Leitung
Julia Prigge
 
 
Karten
15 / erm. 8 Euro / Abendkasse
13 / erm. 6 Euro / Vorverkauf  über unser  ➩ 
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