Aktuelles Programm

Samstag,   23. Januar 2021  um  19 Uhr  .  Rundkirche  .  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72, 12101 Berlin
Sonntag,   24. Januar 2021  um  19 Uhr  .  Rundkirche  .  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72, 12101 Berlin


Henry  Purcell
1659 - 1695
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Chaconne in g-Moll
Z.790 (Werkverzeichnis nach Franklin B. Zimmerman)
Die Chaconne ist eine strenge Form, mit einer Bassfigur, die ständig wiederholt wird, fast wie eine Beschwörungsformel. Langweilig? Aber nein, denn über diesem Bass entfalten sich die anderen Stimmen in immerwährendem Spiel, sich rankend, sich imitierend, sich kreuzend. Und wenn Purcell eine Chaconne schreibt, kommt noch anderes hinzu: rhythmische Vitalität, Melancholie, Anmut, Schönheit, Noblesse. Und „sweet dissonances“ - Schmerzen, die beglücken wie der Pfeil Amors. In der „Fairy Queen“ heißt es: If Love’s a sweet passion, why does it torment…?
Purcell, the Greatest!


 
Benjamin  Britten
1913 - 1976
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Lachrymae
Reflections on a song of Dowland
für Solobratsche und Streichorchester (1974)
Benjamin Britten liebte die Musik von Henry Purcell, natürlich, und hat anhand eines seiner Themen jungen Menschen das Orchester erklärt. Aber er bewunderte auch Komponisten aus noch weiter zurückliegender Zeit wie William Byrd, Thomas Morley und besonders John Dowland. Über dessen herzergreifendes Lied „If my complaints could passions move“ hat er Variationen geschrieben, die er „Reflections“ nannte; es sind also Betrachtungen, Versuche der Annäherung an Dowlands Lied. Dabei, sehr ungewöhnlich, zäumt Britten das Pferd von hinten auf und versteckt das Thema in vielerlei Umformungen, bevor es erst ganz am Ende in seiner unveränderten Gestalt erscheint. Hier wirkt es wie eine unerwartete Offenbarung, wie ein Gruß aus alter Zeit.


 
John  Dowland
1563 - 1626
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Vier Stücke
Herausgegeben von Peter Warlock (1894 - 1930)
Noch ein Dowland-Verehrer, wen wundert’s. Peter Warlock hat zwar selbst auch komponiert, hauptsächlich Lieder, war aber darüber hinaus ein eifriger, respektvoller und sorgfältiger Herausgeber elisabethanischer Musik. Und das zu einer Zeit, als sich kaum jemand für die frühe englische Musik interessierte. Auch Dowlands 1605 publizierte Sammlung „Lachrimae Or Seaven Teares“ mit Pavanen, Gaillarden und Alemannen hat Warlock in ein modernes Notenbild versetzt, ohne der Musik etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen.

Die fünf Sätze ...
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Gernot  Adrion
* 1969
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Manual à V
Suite für Streichorchester (2019)
Gernot Adrion ist stellvertretender Solo-Bratscher im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Seine Suite für Streichorchester „Manual à V“ ist fast brandneu, fertig gestellt Anfang 2019 und bisher noch nie öffentlich aufgeführt. Ein orientalischer Tanz eröffnet den Reigen und wartet gleich mit einigen rhythmischen Finessen auf, der Walzer im untanzbaren fünfachtel-Takt hält nicht, was der Titel vermuten lässt, und die Toccata rauscht dahin in rasend schnellen Wellenbewegungen, um als effektvolles Finale die Suite zu beschließen. Zwischen diesen turbulenten Szenen sorgen ein Lamento und eine Pavane für friedliche, sagen wir: halbwegs friedliche Ruhepunkte.
Insider-Info: die Suite zu spielen, ist ein herausforderndes Vergnügen!

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Astor  Piazzolla
1921 - 1992
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Drei Tangos
''Oblivion'', ''Libertango'', ''Fuga y misterio''
Bearbeitung: Thomas Kalb
Purcell the Greatest und Astor Piazzolla haben eine ehrenvolle Gemeinsamkeit: nach beiden ist ein Asteroid benannt. Das ist natürlich eine schöne Vorstellung; darüber hinaus allerdings wird die Suche nach Bezügen recht mühsam. Vermutlich sind Piazzollas Tangos ein wenig bekannter als Purcells Chaconne, na ja, sie sind weltberühmt und existieren in unzähligen Bearbeitungen für alle erdenklichen Besetzungen. Der Musik Piazzollas kann man sich ja auch tatsächlich schwer entziehen; sie ist leidenschaftlich, romantisch, sinnlich, dramatisch, erotisch, ohne jemals kitschig zu sein; dazu kommt dieser unwiderstehliche Rhythmus, der jeden Fuß, und sei es nur wippend, in Bewegung versetzt. Fugen konnte er aber auch, dank seiner klassischen Ausbildung. Piazzollas „Fuga y Misterio“ klingt allerdings eher jazzig und versetzt die Füße, wenn nicht mehr als nur die, schon wieder in Bewegung. Das ist ja ansonsten nicht so typisch für Fugen.


 
Solo
Gernot Adrion, Viola
Leitung
Julia Prigge
 
 
Karten
15 / erm. 8 Euro / Abendkasse
13 / erm. 6 Euro / Vorverkauf  über unser  ➩ 
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