Aktuelles Programm

Sa,   02.07.2022  um  19 Uhr  .  Heilig-Kreuz-Kirche  .  Kreuzberg  .  Zossener Str. 65, 10961 Berlin
So,   03.07.2022  um  19 Uhr  .  Rundkirche Tempelhof  .  auf dem Tempelhofer Feld  .  Wolffring 72, 12101 Berlin

Benjamin  Britten
1913 - 1976
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Simple Symphony
(1934)
Wer schon als fünfjähriger Knirps Kreise und Punkte auf fünf Linien malt, wer mit sieben dicke Notenhefte füllt, wer fortwährend ermutigt und gefördert wird, wer noch dazu getragen wird von der mütterlichen Überzeugung, dass hier nach Bach, Beethoven und Brahms das vierte große B heranreife, und wer dann noch alles je Geschriebene sorgsam verwahrt, der hat natürlich mit zwölf schon einige Werklein beisammen, auf die er dann als Zwanzigjähriger zurückgreifen kann. So hat Benjamin Britten das gemacht in seiner „Simple Symphonie“, die in jedem ihrer Sätze Themen aus in Kinderzeiten entstandenen Sonaten, Suiten oder Liedern zu neuem Leben erweckt. Sie war für ein Amateurorchester gedacht, mit Mitgliedern fast so jung wie der kleine Ben damals und ist eigentlich alles andere als simpel. Die Themen mögen einfach sein, aber Britten macht daraus vier raffiniert gearbeitete Stücke von ganz eigenem Charme, mit augenzwinkernden Reverenzen an Bach, mit Verbeugungen vor seinem Landsmann Dowland und vielleicht auch mit kleinen Seitenblicken auf die duftigen Scherzi von Mendelssohn?
–dd–



Mieczyslaw  Weinberg
1919 - 1996
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Konzert für Klarinette und Streichorchester
op. 104 (1970)
Warum kennen wir nur einen Bruchteil dieses gewaltigen Oeuvre? Mehr als zwanzig Sinfonien hat Mieszyslaw Weinberg geschrieben, siebzehn Streichquartette, sechs Opern, über tausend Stücke für Zirkus, Theater, Kino und und und…. Viel zu lange blieb er verborgen im großen Schatten von Schostakowitsch, der zweifellos heftig protestiert hätte gegen eine Vernachlässigung seines jüngeren Kollegen. Denn nachdem Weinberg dank Schostakowitschs Fürsprache nach Moskau gekommen war (seine Odyssee von Warschau nach Minsk, von Minsk nach Taschkent und schließlich nach Moskau ist eine eigene Geschichte: die eines Juden im 20. Jahrhundert), entspann sich eine lebenslange Freundschaft zwischen beiden Komponisten, voller Respekt und gegenseitiger Inspiration. Legendär waren die am Flügel vierhändig präsentierten Vorführungen neuer Kompositionen im privaten Kreis; ob auch Weinbergs Klarinettenkonzert dabei war, wissen wir nicht, stellen uns die beiden aber gern vor, wie sie den ersten Satz mit seiner rhythmischen Energie, seinem zuweilen empört-wütend-insistierenden Ton in die Tasten hauen, wie sie sich im dunkel gefärbten zweiten Satz schweifend-rhapsodisch dahinträumen und im dritten ihren Spaß haben mit den keck-hüpfenden Figuren und den clusterähnlichen Passagen. Aber wer von beiden hat den überaus virtuosen Klarinettenpart übernommen?
–dd–



Leoš  Janáček
1854 - 1928
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Idyla
Suite für Streichorchester (1878)
Oettingen ist eine Kleinstadt in Bayern und war einst Sitz einer renommierten Orgelbauwerkstatt. Janáček wiederum war ein hervorragender Organist und wurde als solcher zu einem Besuch in Oettingen eingeladen. Er war 24 damals und, so scheint es, inspiriert. Denn hier in Bayern, während eines schönen Sommers, schrieb er sein „Idyll“, eine seine ersten größeren Kompositionen. Bei der Aufführung im heimischen Brünn wenig später saß Dvorák im Publikum, dessen Streicherserenade Janáček allerdings um vieles mehr angeregt haben dürfte als jede Bootsfahrt auf dem Starnberger See. Schon zwei Jahre danach aber fiel das „Idyll“ in den Augen seines Schöpfers in Ungnade, schlichtweg „überholt“ sei es. Und tatsächlich hat ja dieses zugängliche, melodienreiche und wohlklanggesättigte Opus wenig gemein mit Janáčeks reifen Werken, mit seiner Kammermusik und seinen Opern, die sich in die Musikgeschichte einschrieben. Aber, wie so oft, hat die Nachwelt den Schiedsspruch des Komponisten nicht gelten lassen und erfreut sich gern und oft an diesem musikalischen Idyll, an seiner Heiterkeit, Melancholie und Friedfertigkeit. Einer der Sätze, ein besonders schöner, wurde Teil der Filmmusik zur „Unerträglichen Leichtigkeit des Seins“…..
–dd–



Solo
Friederike Roth, Klarinette
Leitung
Mariano Domingo


 
Karten
15 / erm. 8 Euro / Abendkasse
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